Der wilde Osten
Bergabenteuer zwischen Tatra und Kaukasus

"Der wilde Osten" ist beim Verlag epubli GmbH erschienen. Es enthält 228 Seiten und 140 Abbildungen. Ein Paperback Einband macht das Buch handlich und preiswert. "Der wilde Osten" ist eine Lektüre für Trekkingfreunde, Wanderer, Bergsteiger, Touristen und Naturfreunde. Es kann beim Verlag und im Internet bei Amazon bezogen werden.

Preis 17,85 €                  ISBN-Nummer: 978-3-869314-75-4
Das Buch erinnert in unterhaltender bis spannender Weise in Wort und Bild an Bergtouren im letzten Jahrzehnt vor der Wende im "Wilden Osten". Die Unternehmungen in den Karpaten, dem Rila-Gebirge, dem Pirin-Gebirge und dem Kaukasus lassen eine Zeit vor dem geistigen Auge wieder erstehen, in welcher Europa noch gespalten war und in der das individuelle Abenteuer gerade deshalb eine gute Chance hatte, weil nicht überall eine Tourismus-Industrie darauf wartete, den Gast zu verwöhnen. Oft verlangten die Vorhaben Mut und körperlichen Einsatz und mitunter ließ sich das Ziel nur mit List erreichen. Es ist kaum noch vorstellbar, dass man damals im fruchtbaren Bulgarien in einer Berghütte um ein paar Tomaten oder ein Brot betteln musste oder dass man im Rodna-Gebirge in Rumänien von den Hirten nicht mal für die begehrten Zigaretten ein wenig Milch eintauschen konnte. "Der wilde Osten" sollte für Trekking- und Wanderfreunde eine Anregung bilden und für Leser, die vor der Wende im In- und Ausland als Wanderer aktiv waren, ein wenig Nostalgie bieten. Die Berichte werden durch viele Bilder und Kartenskizzen veranschaulicht.

Inhaltsverzeichnis

1. Entlang dem Kamm der West-Tatra
2. Abenteuer im Fagaras
3. Unterwegs auf Skiern
4. Niedere Tatra von A bis Z
5. Rila und Pirin auf einen Streich
6. Herbst in der Velka Fatra
7. Vom Nationalpark Retezat zur Nera-Klamm
8. Zu zweit in der Mala Fatra
9. Härtetest in den Transsilvanischen Alpen
10. Unter südlicher Sonne
11. Allein unterwegs im Kaukasus
12. Rückkehr nach Swanetien

Nationalpark Nera-Klamm, Rumänien

... Die Uferwege sind beschwerlich und nicht durchgängig. Nach dem Salas des Trifu ist es Zeit für das Mittagessen. In der heißen Sonne wird man träge. Der Weg setzt sich am anderen Ufer fort. Der Himmel hat sich verhüllt. Schon sind wir mit langen Stöcken mühsam gegen das gurgelnde Wasser ankämpfend mitten im Fluss, da bricht ein Gewitter herein. Äußerste Eile tut not. Jedes Kind weiß, dass ein Gewitter im Wasser äußerst gefährlich ist. Gerade ist das rettende Ufer erreicht, da bricht das Unwetter mit voller Wucht los. Eine Stunde lang Ausharren unter den Uferbäumen. Der Kalkboden verwandelt sich in einen Sumpf. Den Hang stürzen plötzlich entstandene Bäche herab. An verschiedenen Stellen öffnet sich direkt vor uns der Boden und kleine Springbrunnen brechen hervor. Der unter dem Laub verborgene Kalkstein ist wie ein Schweizer Käse von Gängen durchsetzt, die eine Zusatzkanalisation bei starken Regenfällen bilden. Auch um die starken Äste herum kommt jetzt Wasser. An dieser Stelle könnte man sich keine 5 Minuten mehr halten. Da wird es heller und wir können aufbrechen.

Am Ufer ein kleines Hüttlein. Es ist die Maismühle vom Salas des Trifu, zu erreichen nur durch den Fluss. Unter dem auf Pfosten ruhenden Häuschen schießt ein armstarker Strahl auf ein horizontal liegendes Wasserrad, dessen Welle nach oben führt. In dem Blockhäuschen seitlich eine Ruhebank. Hier lässt sich der stärkste Gewitterguss angenehm überstehen. Auf der Bank liegt der Bauer Trifu und "überwacht" das "vollautomatisierte" Mahlwerk. Aus einer Holzvorrichtung fällt einzeln Maiskorn um Maiskorn in eine Blechbüchse, die als Trichter auf dem oberen Mahlstein sitzt. Ein produzierendes Museumsstück. Gibt es einen deutlicheren Blick in vergangene Zeiten? Aber dieses Muster an Unproduktivität ist gleichzeitig urgemütlich. Vielleicht haben wir falsche Vorstellungen von vergangenen Zeiten, wenn wir davon ausgehen, dass die geringere Produktivität unbedingt zu verstärkten Anstrengungen zwang. Wie viel Firlefanz, mit dem sich moderne Menschen umgeben, bleibt dem natürlich lebenden Menschen erspart! Dafür kann er sich neben seinem Mahlwerk schlafen legen oder träumen, auch wenn es langsamer ist, als eine gewöhnliche Hand-Kaffeemühle ...
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